16 MAGAZIN Wellingsbüttler Heinz-Erhardt-Park Das war alles? Er war ein Jahrhundertkomiker, eines der bekanntesten Gesichter Nachkriegsdeutschlands.
Und – er war Hamburger.
Grund genug, ihn zu ehren.
Ein Anfang wurde mit der Umbenennung eines Waldstücks in Wellingsbüttel gemacht.
Doch das Alstertal-Magazin meint: Das kann doch wohl nicht alles gewesen sein! Eins muss man dem kleinen Wäldchen in Wellingsbüttel zu- gute halten: Es ist räumlich nahe an dem Ort, an dem Heinz Er- hardt 30 Jahre seines Lebens ver- bracht hat.
In seinem Häuschen im Fasanenhain hatte Erhardt gelebt und, so versichert seine Tochter Grit Berthold, ist in dem Waldstück auch gerne spazieren gegangen.
Auch Bezirksamts- leiterin Schroeder-Piller zeigte sich zur Eröffnung des Heinz- Erhardt-Parks in bester Laune und gab gleich ihren Lieblings- spruch des Jahrhundertkomikers zum Besten: „Frauen sind wie Juwelen – man muss sie mit Fassung tragen.“ Dennoch bleibt von der Zeremo- nie ein fader Nachgeschmack zu- rück – und die Frage: Soll das al- les gewesen sein? Auch posthum noch einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Komiker Deutschlands – und die Umbenennung eines kleinen Wäldchens ist alles, was seine Stadt ihm an Ehre entgegen- bringt? In der Fernsehsendung „Unsere Besten“ wurde Heinz Erhardt vom Publikum noch höher eingeschätzt als die For- scher Alexander von Humboldt und Wernher von Braun – und Hamburg bringt es mit einigem Hängen und Würgen gerade einmal fertig, einen Park um- zubenennen? Es stimmt, existie- rende Straßen und Plätze umzu- benennen ist nicht einfach, wie uns Susanne Frischling von der Behörde für Kultur, Sport und Medien bestätigt.
Der Deutsche Städtetag habe mehrfach ver- deutlicht, allzu voreiligen Um- benennungen kritisch gegenüber zu stehen.
Dennoch hat man den Eindruck, dass die bisherigen Bemühungen nicht gerade am Städtetag gescheitert sind! Das Alstertal-Magazin hat sei- nerzeit den K(r)ampf um eine Ehrung Erhardts mitverfolgt.
Selbst um die Umbenennung des Wäldchens – dreißig Jahre nach seinem Tod! – musste jahrelang gerungen werden.
Daher stellen wir hier die un- vermeidliche Frage: Kommt da noch was? Beim Bezirksamt weist man die Verantwortung von sich.
Man habe, so eine Sprecherin, bereits alles für ei- ne Ehrung getan, alle weiteren Schritte seien vom Senat in Angriff zu nehmen.
Auf unsere Nachfragen haben wir von dort noch keine Antwort erhalten.
Ein Hinweis darauf, für wie wichtig das Thema eingeschätzt wird? Die Kinder Heinz Erhardts jedenfalls nehmen die Würdi- gung ihres Vaters sehr ernst.
Grit Berthold berichtet, dass an ihn einmal die Frage gestellt wurde: „Herr Erhardt, wovor haben Sie am meisten Angst?“ – „Verges- sen zu werden“ soll ihr Vater erwidert haben.
Das – können wir dem seligen Herrn Erhardt versichern – wird nicht vorkommen.
Ob mit oder ohne Park.
Heinz-Erhardt-Park: Das Wäldchen in Wellings- büttel ist hoffentlich erst der Anfang der Würdigung des großen Komikers.
Jahrhundert-Komiker Erhardt: Hat er nicht noch höhere Ehrungen verdient?