
25 RUND UMS AEZ Während noch vor einiger Zeit Gesundheitsvorsorge als wichtig und richtig anerkannt wurde, kommen in letzter Zeit immer wieder Fragen auf, ob nicht zu viel Vorsorge schade.
Krankenkassenfunktionäre der gesetzlichen Kassen halten sich für weitere Präventionsangebote bedeckt, weil sie Geld kosten.
Die Politik fi ndet Prävention wichtig, zögert aber aus ärztlicher Sicht neue Präventionspro- gramme hinaus.
Dennoch können gesetzlich Versicherte und natürlich auch privat Versicherte die Kinderunter- suchungsprogramme der jeweiligen Altersstufe nutzen.
Für Erwachsene ab dem 35.
Lebensjahr gilt, dass sie alle zwei Jahre eine allgemeine körperliche Untersuchung erhalten können, dazu werden der Blutzucker und der Cho- lesterinwert bestimmt sowie der Urin untersucht.
Ebenso gibt es eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung ab dem 35.
Lebensjahr bei speziell weitergebildeten Allgemeinärzten und Hautärzten.
Krebsvorsorgeprogramme für Frauen und Männer sowie Darmkrebsvorsorge durch Stuhlproben und Darmspiegelung ergänzen das Programm.
Eine wichtige und etablierte Vorsorge sind Impfungen.
Es ist bekannt, dass Frauen die Vorsorge häufi ger nutzen als Männer, insgesamt werden aber Vorsorgeprogramme nicht so gut angenommen, wie es für die Gesundheit erforder- lich wäre.
Es wird viel spekuliert, warum Männer die Vorsorge weniger nutzen als Frauen: Frauen haben möglicherweise mehr Kontakt zum eigenen Körper und wissen, dass nicht immer alles funktioniert.
Das Nichtfunktionieren des Körpers kann existentiell verunsichern und macht Angst.
Wegschauen und hoffen, dass „nichts Schlimmes“ im Körper steckt, beruhigt aber nicht wirklich.
Ärztlicherseits wird da- her empfohlen, Gesundheitsvorsorge zu betreiben, um rechtszeitig Auffälligkeiten anzuschauen, zu analysieren und abzuwenden.
Das erfordert Mut.
Die eigene Gesundheit als Projekt zu verstehen und ernst zu nehmen zeigt Cha- rakterstärke für sich und seine sozialen Netze.
Wir Ärzte wissen, dass frühzeitige Erkennung von Krankheiten die beste Behandlung ermöglicht und wir freuen uns immer wieder über die zufriedenen Gesichter von Patienten, bei denen wir nichts gefunden haben.
Vertrauen ist gut, Vorsorge ist besser Anzeigen Expertentipp von Priv.
Doz.
Dr.
med.
Martin Bökmann, Internist