
49 MAGAZIN 49 „Im berufl ichen Alltag lässt sich Stress nicht völlig vermeiden“, weiß Diplom-Psychologe Frank Meiners von der DAK.
Oftmals brauchen wir ihn sogar, um Höchstleistungen zu erbringen.
Halten übermäßige Belastungen jedoch längere Zeit an, entwi- ckeln sie sich zum echten Ge- sundheitsrisiko: Die Fehltage aufgrund psychischer Erkran- kungen wie Depressionen und Angststörungen stiegen in den letzten zehn Jahren um rund 60 Prozent.
Der DAK-Experte nennt die wichtigsten Stressauslöser am Arbeitsplatz und zeigt, wie man besser mit ihnen umgehen kann.
Handy, BlackBerry und E-Mail begleiten viele Beschäftigte durch den Tag.
„Dank der modernen Informationstechnologie laufen Arbeits- und Entscheidungspro- zesse heute wesentlich schneller ab als noch vor wenigen Jahren“, weiß Frank Meiners.
Die Folge: Fast jeder Dritte (29,4 Prozent**) fühlt sich von Informationen re- gelrecht überfl utet.
Der Anti-Stress-Tipp: „Trennen Sie konsequent Berufl iches von Privatem“, rät der DAK-Experte.
„Das Firmenhandy gehört nach Feierabend und am Wochenende ausgeschaltet, auch berufl iche E-Mails sollten bis zum nächsten Arbeitstag warten.“ Auch permanente Unzufrieden- heit kann auf Dauer belasten: „Wer wenig Einfl uss auf seine täglichen Aufgaben hat oder sich ständig über- oder auch unterfor- dert fühlt, ist anfällig für Stress“, sagt Meiners.
Daneben spielt die Wertschätzung eine zentrale Rol- le: „Angemessene Bezahlung, transparente Aufstiegschancen und ein gelegentliches Lob vom Vorgesetzten fördern die Mitar- beiterzufriedenheit – und glück- liche Angestellte sind stressresis- tenter“, erklärt der Psychologe.
Der Anti-Stress-Tipp: „Fordern Stressfaktor 1: Informationsflut Stressfaktor 2: Jobfrust Sie ein, was Ihnen fehlt! Jeder Mitarbeiter hat nach einem hal- ben Jahr Firmenzugehörigkeit zum Beispiel einen gesetzlichen Anspruch auf Weiterbildung.“ Ist ein Projekt abgeschlossen, stehen oft schon drei neue an.
Fast die Hälfte aller Arbeitneh- mer leidet deshalb unter hohem Zeitdruck (43,3 Prozent**).
„In unserer Dienstleistungsgesell- schaft zählt vor allem, den Kun- denwunsch möglichst schnell zu erfüllen“, sagt Frank Meiners.
Gleichzeitig müssen zahlreiche Firmen Stellen streichen, eine zunehmende Arbeitsbelastung ist die Folge.
Der Anti-Stress-Tipp: „Hier ist ein effi zientes Zeitmanagement gefragt“, empfiehlt Meiners.
Wer seine Arbeit konsequent nach Wichtigkeit sortiert, kann den Tag besser strukturieren und bei Bedarf Aufgaben delegieren.
Wichtig: „Planen Sie auch Zeit- puffer ein, so geraten Sie bei un- vorhergesehenen Verzögerungen nicht unter Druck.“ Jedem zweiten Berufstätigen fällt es schwer, nach Feierabend abzu- schalten (53 Prozent*).
Doch ge- nau das ist wichtig, denn nur der Ausgleich im Privatleben macht auf Dauer stressresistenter.
Der Anti-Stress-Tipp: „Nutzen Sie, wenn möglich, fl exible Ar- beitszeitmodelle wie Gleitzeit oder Home-Office, mit denen sich Familie und Beruf besser miteinander vereinen lassen.“ Von der Firma bezahlte Fortbil- dungen im Stressmanagement oder Sportkurse sorgen außer- dem für mehr Entspannung.
„Joggen oder Yoga sind beson- ders geeignet, sie bauen aktiv Stresshormone ab“, empfi ehlt Meiners.
„Am besten, Sie gehen direkt nach der Arbeit, dann hat der innere Schweinehund keine Chance.“ Quelle: DAK Stressfaktor 3: Arbeiten gegen die Uhr Stressfaktor 4: Fehlender Ausgleich DER GESUNDHEITSRATGEBER